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In den Jahren 1978 –1982 lebte ich im Nordwesten von Ghana. In Wa,
Upper West Region, leitete ich eine Ausbildungsstätte für angehende Schreiner.
So möchte ich einige Angaben über diese Republik niederschreiben. |
Ghana,
Republik in Westafrika. Das Staatsgebiet grenzt im Norden und Nordwesten an
Burkina Faso, im Osten an Togo, im Süden an den Golf von Guinea und im Westen an
die Elfenbeinküste. Die ehemalige britische Kolonie (Goldküste) war das erste
von einer Mehrheit von Afrikanern regierte afrikanische Land südlich der
Sahara, das in die Unabhängigkeit entlassen wurde (1957). Das Land wurde nach
dem ehemaligen, weiter im Landesinneren angesiedelten Königreich von Ghana
benannt, aus dem die Vorfahren der heutigen Landesbewohner eingewandert sind.
Die Gesamtfläche Ghanas beträgt 238 537 Quadratkilometer. Die Hauptstadt des
Landes ist Accra.
Lage
Das als Westafrika bezeichnete Gebiet erstreckt sich von der Atlantikküste
im Westen bis zum Tschad-See im Osten und wird im Norden von der Sahara
begrenzt, während es im Süden bis zum Golf von Guinea(Guineaküste) reicht.
Wichtigster Fluß ist der Niger, der Westafrika in
einem riesigen Bogen durchfließt und im sogenannten Niger-Becken (Mali) ein
"Binnendelta" bildet; dem Senegal und dem Volta kommen für die
Bewässerung Westafrikas ebenfalls große Bedeutung zu. Charakteristisch für die
Landschaft der Sahel-Sudan-Zone sind weitgespannte
Becken und endlos weite Ebenen innerhalb verschiedener Plateau Landschaften von
unterschiedlicher Höhe (500-800 m), aus denen sich nur gelegentlich höhere
Gebirgsmassive (wie z. B. das Air-Gebirge im Norden der Republik Niger) mit
knapp 2000 m Höhe erheben. Südlich des Nigerknies stellen die nach Süden hin
steil abfallende Schichtstufe, die,"Falaise
von Bandiagara", sowie die bis zu 1000 m hohen
Zeugenberge in der Gegend von Hombori eine
Unterbrechung dar, während sich die nördlichen Ausläufer des Futa Djalon (Guinea) im
südöstlichen Senegal und westlichen Mali abzeichnen. Die Atakora-Gebirgs-Kette
(Benin) reicht bis in den Süden Togos und nach Norden bis in die Republik Niger
hinein; im äußersten Westen der Elfenbeinküste machen sich noch die südlichen
Ausläufer des Futa Djalon
bemerkbar. Entlang der gesamten Atlantikküste (Senegal bis Nigeria) bestimmen
Mündungsgebiete von Flüssen sowie Lagunen das Landschaftsbild. Es gibt nur
wenige natürliche Häfen. Die meisten wurden in den letzten Jahrzehnten künstlich
angelegt, z.B. Cotonou / Benin, Lome
/ Togo, Takoradi und Tema /
Ghana, Abidjan / Elfenbeinküste. In der nördlichen Sahel-Sudan-Zone
und in der Sahara herrschen weite Sanddünenmeere vor. Die Wüste EI Dlouf (Mauretanien), die weit nach Mali hineinragt, sowie
die Tene're-Wüste und der Erg von Bilma
(beides Republik Niger) zählen zu den bekanntesten Sandmeeren.
Klima
Ghana hat tropisches Klima, aber die Temperaturen variieren mit der Entfernung
von der Küste und der Höhenlage. Außer in den nördlichen Landesteilen gibt es
zwei Regenzeiten (April bis Juni und September bis November). Die jährlichen
Niederschläge erreichen im Norden 1 015 Millimeter und im Süden 2 030
Millimeter. Der Harmattan, ein trockener Wüstenwind, bläst von Dezember bis
März aus Nordosten; er mindert die hohe Luftfeuchtigkeit und bringt heiße Tage
und kalte Nächte im Norden. Im Süden ist der Einfluss des Harmattans
im Januar spürbar. In den meisten Gegenden werden die höchsten Temperaturen im
März, die niedrigsten Temperaturen im August gemessen. Die jährliche
Durchschnittstemperatur liegt bei 26,1 °C.
Flora und Fauna
Große Teile der Pflanzenwelt Ghanas wurden durch Rodungen für
landwirtschaftliche Zwecke zerstört. In der tropischen Regenwaldzone im Süden
gibt es noch immer große Bestände an Kapokbäumen, Khayas
(Afrikanischer Mahagoni) und Bossebäumen (Guarea spp.). Der Norden des Landes wird von einem Grasland mit
vereinzelten Bäumen bedeckt. Auch die Anzahl der in Ghana lebenden Tiere hat
insbesondere im Süden stark abgenommen, aber es blieb eine Vielzahl von Arten
erhalten, darunter Leoparden, Hyänen, Lemuren,
Büffel, Elefanten, Waldschweine, Antilopen und Affen; an Reptilien findet man
Kobras, Pythons, Puffottern und Nashornvipern.
Bevölkerung
Die Bevölkerung Ghanas setzt sich aus über 50 ethnischen Gruppen zusammen, die
vorwiegend Landwirtschaft betreiben und auf Gehöften oder in kleinen Dörfern
leben. Ghana hat etwa 16,9 Millionen Einwohner, woraus sich eine
Bevölkerungsdichte von 71 Einwohnern pro Quadratkilometer ergibt. Die am dichtesten
besiedelten Teile des Landes sind die Küstengebiete, das Ashanti-Hochland
im südlich-zentralen Teil und die beiden großen Städte Accra
und Kumasi. 70 Prozent der Gesamtbevölkerung leben in
der südlichen Hälfte des Landes. Die zahlenmäßig stärksten ethnischen Gruppen
Ghanas gehören zur Gruppe der Akan. Hierzu gehören
die an der Küste lebenden Fanti und die in
Mittelghana angesiedelten Ashanti. Die Nzima und Ahanta leben im
Südwesten. In der Ebene um die Stadt Accra wohnen die
Ga. Die meisten Bewohner der nördlichen Landesteile gehören zur Mosi-Dagomba-Gruppe der Volta-Völker und zur Gonja-Gruppe. Größte Stadt und bedeutendes Handelszentrum
ist Accra, die Hauptstadt Ghanas (1,9 Millionen
Einwohner). Kumasi (385 000 Einwohner) ist die
Hauptstadt der Region Ashanti. Der künstlich
angelegte Hafen von Sekondi-Takoradi (94 000
Einwohner) ist der erste moderne Hafen des Landes. Weitere wichtige Städte sind
Tamale (150 000 Einwohner), Tema
(110 000 Einwohner) und Cape Coast (57 000
Einwohner).
Sprache und Religion
Englisch ist Amtssprache und Unterrichtssprache. 1962 wählte die Regierung
jedoch neun Nationalsprachen aus, die seither neben Englisch und Französisch im
Schulwesen eingesetzt werden: Akuapem-Twi, Asante-Twi, Dagomba, Dangbe, Ewe, Fanti,
Ga, Kasem und Nizima. Ein
Fünftel der Bevölkerung sind Anhänger traditioneller Religionen. 63 Prozent
sind Christen (Katholiken, Anglikaner, Methodisten und Presbyterianer); sie
leben vorwiegend in der Küstenregion. Die Muslime (16 Prozent) sind mehr in den
nördlichen Landesteilen angesiedelt.
Bildungswesen
Der Schulbesuch ist unentgeltlich. Es besteht Schulpflicht für die sechsjährige
Grundschule und die dreijährige Sekundarschule. Ghana hat drei
wissenschaftliche Hochschulen; die University of Ghana (gegründet 1948) in Accra, die University of Science and Technology (1951) in Kumasi und die University of Cape Coast
(1962). An ihnen sind etwa 9 000 Studenten eingeschrieben.
Medien
Hörfunk- und Fernsehanstalten sind staatlich; inländische Radioprogramme werden
in Englisch sowie in afrikanischen Sprachen gesendet. Der Auslandsdienst
verbreitet Programme in Englisch, Haussa und
Französisch. 1965 wurde eine Fernsehanstalt eingerichtet.
Verwaltung und Politik
Von 1972 bis 1979 stand Ghana unter der Kontrolle eines militärischen Rates.
1979 wurde eine Verfassung verabschiedet, die einen vom Volk gewählten
Präsidenten, ein direkt gewähltes Parlament und eine unabhängige Justiz unter
Vorsitz eines Obersten Gerichtshofes vorsah. Bei dem Staatsstreich vom 31.
Dezember 1981 wurde die Verfassung von 1979 vorübergehend außer Kraft gesetzt.
Der Provisorische Nationale Verteidigungsrat (Provisional
National Defence Council)
regierte dann bis 1992, als in einem Volksentscheid eine neue Verfassung
gebilligt wurde. Mit dieser Verfassung wurde in Ghana ein Mehrparteiensystem
eingeführt. Der Präsident wird für eine Amtszeit von vier Jahren gewählt. Des
Weiteren sind Parlamentswahlen vorgesehen. Der Premierminister, der
Parlamentsabgeordneter sein muss, wird vom Präsidenten ernannt. Das Verbot der politischen
Parteien wurde aufgehoben, und am 7. Januar 1993 wurde die IV. Republik
proklamiert. Ghana ist in zehn Regionen gegliedert: Northern, Eastern, Western,
Central, Upper East, Upper West, Volta, Ashanti, Brong-Ahafo und Greater Accra. Diese Regionen sind in 110 Verwaltungseinheiten
(Distrikte) unterteilt.